Wie Polizisten ihre Hunde erziehen

Malinois Welpen Erziehung

Christian
Christian
Hier siehst Du mich mit meiner Belgischen Schäferhündin Cleo. Sie ist ein ehemaliger Polizeihund und seit drei Jahren bei mir. Mit ihr zusammen habe ich viel über Malinois und über Hunderziehung ganz allgemein gelernt. Mein Blog soll diese Erfahrung an Dich weitergeben. Viel Spass beim Lesen! Christian

Über 500 Hunde sind bei der der Bundespolizei im Einsatz, jeder dritte ist ein Belgischer Schäferhund. Züchter schätzen, dass der Anteil bei den Landespolizeihunden auch zwischen 30 und 40 Prozent liegt. Nicht nur hierzulande, bei Ordnungshütern überall auf der Welt erfreut sich der Mali großer Beliebtheit. Warum ist das so?

Supernasen im Staatsdienst

Die Riechschleimhaut des Menschen (das ist dieses Stück Haut ganz oben in unserer Nasenhöhle) enthält etwa 5 Millionen Zellen. Damit können wir allerhand Gerüche wahrnehmen und voneinander unterscheide. Beim Mali sind es etwa 225 Millionen, also 45-mal so viel wie beim Menschen. Auch technische Lösungen funktionieren bis heute nicht ansatzweise so gut. Eine ähnlich hohe Anzahl an Riechzellen hat übrigens der Deutsche Schäferhund, den man ja auch sehr häufig bei Polizei antreffen kann.

Die Eingangsprüfung

Nur ein Prozent aller vierbeinigen Polizeirekruten schaffen überhaupt die Eingangsprüfung. Der Polizeihund muss in jedem Fall mutig sein. Ein Diensthundeführer braucht schließlich einen Begleiter an seiner Seite, der zu 100 Prozent verlässlich ist und mit ihm auch mal durchs Feuer geht. Weitere Vorraussetzungen sind Größe, Sportlichkeit, Schutztrieb und Gehorsam. Und hier glänzt natürlich besonders der Belgische Schäferhund. Die werden beim Züchter daher von der Polizei am häufigsten nachgefragt.

Hunde erziehen in nur zwei Monaten

Die meisten Tiere kommen im Alter von 1-2 Jahren zur Polizei, manchmal holt der Diensthundeführer den Malinois schon als Welpen zu sich. Für Erziehung, Verpflegung und medizinische Versorgung erhält dieser eine Aufwandsentschädigung und in der Regel bleibt der Hund auch nach seiner Pensionierung (meist ab dem 10. Lebensjahr) im Haushalt des Polizisten.

Während der circa 2-monatigen Grundausbildung trainiert der Hundeführer unter Aufsicht eines Abrichtelehrers den angehenden Polizeihund im Schutz seiner Person, im Aufspüren von Personen, im Erschnüffeln von Beweismaterial, im Verfolgen und in der Festsetzung flüchtiger Krimineller sowie in generellem Gehorsam.

Hunde erziehen läuft am besten über den Spieltrieb und so funktioniert es auch bei der Polizei. Es ist also von Vorteil wenn der angehende Polizeihund sehr verspielt ist. Beim Malinois sind das nicht nur die Welpen – sondern trotz ihrer Erziehungauch bereits erwachsene Tiere. Der Hund muss einen Job erledigen, im Anschluss daran, bekommt er sein Spielzeug.

Die meisten Polizeihunde  werden als Schutz- bzw. Spürhunde eingesetzt. Die Polizei muss aber auch noch diese hochgefragten Hunde erziehen:

Fährtenhunde

Ist ein Täter auf der Flucht und bewegt er sich dabei über Rasen oder andere natürlichen Untergründe, so verletzt er mit jedem Schritt den Boden oder die Pflanzen darauf. Dadurch werden biochemische Reaktionen hervorgerufen und die werden bestens wahrgenommen von einem nachsetzenden Malinois. Die Ausbildung der Fährtenhunde umfasst auch das Aufspüren von Beweismitteln an Tatorten, die schwer zugänglich oder unübersichtlich sind.

Sprengstoffspürhunde

Obwohl mittlerweile bei den Sicherheitskontrollen zum Beispiel auf Flughäfen mit Sprengstoffdetektoren ausgestattete Computer im Einsatz sind, schneiden diese im Vergleich mit den Schüfflern auf vier Beinen nicht sehr gut ab. Tests zeigen immer wieder, dass Hunde Explosivmittel schneller und besser bestimmen können. Sprengstoffhunde werden an allen erdenklichen Arten von Waffen, Munition und Sprengstoff ausgebildet

Leichenspürhunde

Für einen Menschen wäre das der unangenehmste Teil der Arbeit, doch der Spürhund ist auch hier mit Freude dabei und zeigt seinem Herrchen aufgeregt den Fund einer Leiche an und erwartet schwanzwedelnd seine Belohnung. Auch wenn der Kofferraum eines Autos gründlich gereinigt wurde, kann der Hund sicher nachweisen, dass hier eine Leiche abtransportiert wurde. Sogar Tote, die auf dem Grund eines Flusses oder Sees liegen, können aufgrund der aufsteigenden Verwesungsgase durch den Hund gefunden werden.

Drogenspürhunde

Von Konsumenten und Dealern gleichermaßen gefürchtet sind diese Spezialisten der Polizei. Egal ob Haschisch, Crystal oder Crack – Diese Hunde kennen alles, ohne je konsumiert zu haben. Die Ausbilder packen nämlich kleine Proben aller erdenklichen pflanzlichen oder chemischen Drogen in die Hundespielzeuge. Diese werden dann versteckt und der Hund muss sie dann suchen.

Etwa ein Jahr dauert diese Spezialausbildung und dann kann der Hund den Kampf mit den Kartellen aufnehmen. Für ihn selbst bleibt aber jede Razzia nur ein Spiel, nach dessen Ende er mit einem Hundespielzeug belohnt wird. Auf gar keinen Fall darf der Drogenspürhund die Drogen selbst zu sich nehmen, er wäre dann in Lebensgefahr. Der Hundeführer hat daher ein Köfferchen dabei, um seinem Schützling im Notfall eine Injektion zu verabreichen, die zum sofortigen Erbrechen führt.

Wie wird man Hundeführer bei der Polizei?

Zuerst muss man natürlich ersteinmal Polizist im mittleren Dienst werden, das bedeutet den Eignungstest zu absolvieren und durch die Ausbildung zu gehen, die etwa drei Jahre dauert. Dann musst Du nocheinmal drei Jahre aktiven Dienst bei der Polizei absolvieren und dann kannst.

Bedenke, das der Hund dann auch sein ganzes Leben bei Dir Zuhause verbringen wird. Natürlich ist es da von Vorteil, wenn Du bereits einen Hund hattest, bestenfalls schon einen von klein auf erzogen hast. Jemand der Welpen richtig erziehen kann, der kann auch ausgewachsene Hunde erziehen. Wobei der Diensthund bei Anfängern bereits im Alter von einem Jahr zu Dir kommt. Erfahrende Hundeführer suchen sich ihren Partner bereits in der Wurfkiste aus.

Als Einstieg zum Thema Malinois Erziehung kann ich Dir das Buch „Der Moderne Gebrauchshund“ von Klaus Jadatz empfehlen.

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