Malinois Hunde beim Militär

Malinois Hunde

Bereits in der Antike und im Mittelalter wurden speziell trainierte Hunde in Armeen eingesetzt. Sie sollten vor allen Dingen die gegnerischen Soldaten in Angst und Schrecken versetzen. Sie wurden aber auch als Melder eingesetzt, erledigten Botengänge und stellten Briefe zu. Die ersten Malinois setzte – wen wundert’s – die Armee des Königreichs Belgien ein. Trotz ihrer vielfältigen Talente hatten sie den undankbaren Job im Ersten Weltkrieg Maschinengewehre und andere kleinere Lasten zu ziehen.

Ein Belgischer Schäferhund bei einer Französischen Spezialeinheit

Auf Youtube bin ich neulich auf ein Video über Hunde in der französischen Armee gestolpert und möchte Euch in diesem Artikel ein wenig darüber berichten. Weiter unten habe ich Euch das Video verlinkt, es ist nur leider komplett auf Französisch, daher empfehle ich Euch vorher den Text durchzulesen.

Der Hauptdarsteller in diesem kurzen Video ist der Malinois Rüde Lioda, sechs Jahre alt. Lioda ist einer von dreißig Hunden des 1. Fallschirmspringer-Regiments in Bayonne im französischen Baskenland. Von diesen dreißig Hunden sind zweiundzwanzig Malinois, was die Eignung dieser Rasse für extreme Aufgaben sowie ihre Tapferkeit unterstreicht.

Zu Beginn des Films ist ein Flugzeug zu sehen, welches in 3.200 Meter Höhe fliegt und etwa acht Soldaten mit Fallschirmen geladen hat – plus ein Belgischer Schäferhund. Lioda und sein Partner sind bereits mehrfach über Kriegsgebieten abgesprungen, hier handelt es sich aber um einen der Übungsflüge die Lioda regelmäßig absolvieren muss.

Vor dem Sprung bekommt Lioda einen Maulkorb mit Sichtfenster übergezogen, der den Kopf bis zu den Ohren bedeckt. Dieser soll in erster Linie die Augen schützen, dient aber auch dem Schutz seines Partners. Denn geraten Hunde in Panik, kann es durchaus passieren, dass er um sich beisst.

Da öffnet sich auch schon die Heckluke des Flugzeug und man sieht die Wolken von oben. Einer Soldat nach dem anderen stürzt sich hinein, Lioda und sein Partner als letztes dran. Sind springen im Tandem mit einem weiteren Soldaten, der die Steuerung übernimmt sobald der Fallschirm sich geöffnet hat. Es beginnen 1.800 Meter freier Fall, dann endlich ist es soweit. Der Schirm öffnet sich und nach ein paar Minuten erreichen die beiden Männer und der Belgische Schäferhund die Erde.

Manchmal hilft ein Malinois in der Not

Bei dieser Übung sollen Geiseln befreit werden, die von Terroristen in einem verlassenen Haus gefangen gehalten werden. Da das Gebäude mehrere Eingänge besitzt, müssen die Soldaten zuerst entscheiden durch welchen sie hineinkommen, so diskret wie möglich. Also schicken sie den Belgischen Schäferhund vor.

Belgischer Schäferhund und seine SchuheDie Kamera fokussiert jetzt auf die Kampfmontur des Hundes: An seinen vier Pfoten sind spezielle Hundeschuhe, die ihn vor Glassplittern und auch vor Verbrennungen schützen. Auch im zivilen Leben kommen diese Pfotenschuhe zum Einsatz. Sei es bei Spaziergängen durchs Gebirge oder im Hochsommer wenn die Temperaturen sich wieder der Vierzig-Grad-Marke nähern und der heisse Asphalt zu Verletzungen an den Pfoten führen kann. Auch kann man dann locker nach der traditionellen 1.Mai Randale eine Gassirunde in Berlin-Kreuzberg wagen. Exakt die gleichen Schuhe, die der Elite-Soldatenhund in dem Video trägt, könnt ihr  hier bei Amazon bestellen.

Auf seinem Kopf trägt Lioda eine Vorrichtung mit zwei beleuchteten Kameras, eine zeigt nach vorn, die andere nach hinten. An seinem Hals befestigt der Hundeführer ein Funkgerät, dass es ihm erlaubt Lioda auch auf Distanz Kommandos zu erteilen. Die beiden Kameras liefern den Soldaten eine 360 Grad Ansicht des Gebäudes, dass der Hund gerade stürmt. So begeben sie sich nicht selbst in Gefahr, diesen Job übernimmt der Hund für sie.

Nachdem Lioda die ersten Räume durchkämmt hat, ruft sein Partner ihn zu sich zurück. Und gleich wird er wieder losgeschickt, um eine andere Mission zu erfüllen, für die kaum eine andere Hundrasse geeigneter ist als der Belgische Schäferhund. Ein Malinois kann aufgrund seines überragenden Geruchssinnes sehr gut Sprengstoff finden. Nachdem Lioda eine Sprengstoffattrappe entdeckt hat, entscheiden die Soldaten einen anderen Eingang in das Gebäude zu nehmen.

Es ist soweit, acht Männer und ein Hund stürmen das Gebäude um die Geiseln zu befreien. Schüsse fallen, eine Blendgranate fliegt und dann geht alles sehr schnell. Lioda reisst den Geiselnehmer zu Boden und lässt ihn erst auf das Kommando seines Partners wieder los. Anschliessend kommt es zur Festnahme.

Das war nur eine Übung. Dieser Belgische Schäferhund hat bereits mehrere echte Einsätze in Afrika und im Nahen Osten hinter sich. So tierschutzrechtlich bedenklich es auch sein mag, diese Tiere einer solch großen Gefahr auszusetzen, so offenbaren sich in diesem Video doch die enormen Vorteile des Einsatzes von trainierten Schäferhunden in Gefechtssituationen. Lioda war in der Lage eine Geiselnahme schnell und unblutig zu beenden. Hier ist das Video in voller Länge:

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