Malinois abzugeben – Ein Hund von der Polizei

Malinois abzugeben

Christian
Christian
Hier siehst Du mich mit meiner Belgischen Schäferhündin Cleo. Sie ist ein ehemaliger Polizeihund und seit drei Jahren bei mir. Mit ihr zusammen habe ich viel über Malinois und über Hunderziehung ganz allgemein gelernt. Mein Blog soll diese Erfahrung an Dich weitergeben. Viel Spass beim Lesen! Christian

Nur wenige der Malinois-Schäferhunde, die für den Polizeidienst ausgebildet werden, schaffen es auch tatsächlich durch die Aufnahmeprüfung. Die anderen werden meistens zur Adoption freigegeben. Ein Hundeschicksal…

„Malinois Welpen in Not“

Ich weiß es nicht mehr so ganz genau, es ist wahrscheinlich schon 7 Jahre her, als ich Cleo aus dem Zwinger der Tierschutzorganisation abholt habe. Meine Freundin Heidi suchte einen neuen Hund, nachdem ihr alter Schäferhund-Malinois Mischling im Alter von 15 Jahren gestorben war.

Wir lebten damals im spanischen Andalusien und sahen eine Zeitungsannonce die da lautete: ‚Malinois Welpen in Not – Polizeihunde suchen ein neues zu Hause‚. Wir schauten auf der Internetseite von ‚Heroes de cuatro patas‚ (Helden auf vier Pfoten) nach, führten ein paar Telefonate und eine Woche später setzten wir uns ins Auto und fuhren in das 150 km entfernte Sevilla.

Eigentlich hatten wir uns im Internet bereits einen Tervueren Welpen angesehen und uns für diesen entschieden. Dann hieß es aber, jemand sei uns bereits zuvorgekommen und der Welpe hätte bereits ein Zuhause gefunden – Heidi war todtraurig. Da wir aber nunmal schon da waren, wollten wir trotzdem einen Hund adoptieren und fragten, ob noch ein Malinois abzugeben wäre.

Und es gab einige, der Malinois ist durch seinen Charakter schließlich einer der beliebtesten Rassen bei der Guardia Civil. Wir sahen uns zwei Weibchen an und vier Rüden, auch ein Belgischer Schäferhund Langhaar war dabei. Keiner gefiel uns wirklich. Doch dann kam Cleo.

Ein sanfter Wirbelwind

Cleo war eigentlich eine Musterschülerin. Sie beherrschte früh alle Kommandos und führte sie mit Feuereifer aus. Zwar war sie mit 50cm Widerrist-Höhe für ein ausgewachsenes Malinois-Weibchen etwas zu klein, dafür aber sehr wendig und schnell. Ihr Spieltrieb und ihre Ausdauer waren sehr ausgeprägt, kurz: der perfekte Polizeihund. Doch es gab da zwei Probleme:

Erstens hatte Cleo große Angst vor Explosionen und das bekommen wir heute noch zu spüren, wann immer sich der Jahreswechsel nähert. Im Polizei-Jargon nennt man das nicht schussfest. Polizeihunde müssen nunmal ihr Leben riskieren um andere zu retten und da ist es nicht von Vorteil wenn der Hund wegrennt, weil er einen Knall hört.

Zweitens  wird ein Hund bei der Polizei darauf trainiert, flüchtende Kriminelle zu verfolgen und niederzureissen, um sie anschließend so lange festzuhalten, bis das Herrchen ‚Aus‘ sagt. Cleo biss zu und liess dann sofort wieder vom gepolsterten Arm des Ausbilders ab. Sie wollte sich partout nicht verbeißen, sie war einfach zu lieb. Und so rasselte Cleo durch die Aufnahmeprüfung und kam zu ‚Heroes de cuatro patas‘.

Mehrere Vorbesitzer

Von dort konnte sie mehrmals vermittelt werden, wurde aber immer wieder zurückgebracht weil irgend etwas dazwischen kam. Vielleicht kamen die Leute einfach nicht mit Cleos Temperament klar. Obwohl sie sehr nett zu fast jedem Menschen ist, zeigt sie große Agressionen gegenüber anderen Hunden. Das kann einem schnell zuviel werden.

Als wir Cleo das ersten Mal sahen, war es um uns geschehen. Sie genoss unsere Streicheleinheiten, als ob sie schon eine Ewigkeit keine gehabt hätte und forderte uns durch Anstupsen mit ihrer Schnauze auf, damit gefälligst nicht aufzuhören. Heidi und ich waren uns sofort einig: Die oder keine. Wir waren entschlossen, sie zum Teil unserer Familie zu machen. Das sollte aber nicht so einfach werden..

Ein Jahr, fast ihr halbes Leben, hatte Cleo jetzt schon in dem Hunde-Asyl verbracht und sie war durch ihre freundliche Art den Mitarbeitern dort sehr ans Herz gewachsen. Sie stellten uns viele Fragen um sicherzugehen, dass ihr Liebling auch ja in gute Hände gegeben wird. Viele Mails, Telefonate und insgesamt drei Besuche ware nötig, bis wir die kleine Schäfermaus mit zu uns nehmen konnten.

Jetzt mussten wir unserem Malinois noch eine gute Erziehung zukommen lassen, aber das ist einen andere Geschichte.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (45 votes, average: 4,90 out of 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar